Amedorf - Ein Ort mit vielen Gesichtern


Fleißige und arbeitsame Menschen müssen einst Amedorf gegründet haben. Denn im Ortsnamen steckt der Personenname    Ama   , der der Kurzname zu dem gotischen Wort    amals    ist, was wiederum    tüchtig   bedeutet.
Das Dorf liegt 1000 m von der Leine entfernt, im Dreieck Schwarmstedt  ( 15 km entfernt )  , Hannover  ( 30 km entfernt )  und Steinhuder Meer  ( Neustadt am Rübenberge  ( 15 km entfernt )  / Mardorf  ( 25 km entfernt )  )  .

Entwicklungsgeschichte:

Aus archäologischen Fundstücken lässt sich ablesen, dass das Gebiet der Gemarkung Amedorf schon mit Beginn der Jungsteinzeit besiedelt worden ist. Die Höfe lassen in ihrer Reihung von Einzelhöfen die ursprüngliche Siedlungsform erkennen. Sie lagen alle in großem Abstand durch Obst- und Schweinewiesen oder Bauerngärten voneinander getrennt südlich der heutigen Amedorfer Straße. Durch Teilung der alten Hofstellen wurde bei späteren Siedlungswellen dieser Bereich durch neue Höfe aufgesiedelt. Erst in den Jahren nach dem 2. Weltkrieg wurden einige Baulücken zwischen den Hofstellen durch Neubauten gefüllt.
Amedorf ist stets ein landwirtschaftlich ausgerichtetes Bauerndorf gewesen. Von den zahlreichen Höfen der früheren Zeiten ist heute nur noch 1 Vollerwerbsbetrieb   ( Huntemüller )    übrig geblieben. Nichtagrarische Berufe waren dennoch vorhanden:

Im 17. Jahrhundert treten als weitere Handwerker hinzu: Die Berufe haben sich recht lange aber mit Unterbrechungen gehalten. Im 18. Jahrhundert traten neue Berufe im Dorf auf: Das 19. Jahrhundert brachte größere Veränderungen: In der Gemarkung auf dem Hohen Berge wurden 1841 und 1862 Ziegeleien errichtet. Im 20. Jahrhundert wurden in Amedorf ansässig.

Im September 1625 tauchten Truppen unter dem Kommando des in bayrischen Diensten stehenden Grafen von Tilly in Amedorf und den umliegendenn Dörfern plündernd auf. Besonders die bäuerliche Bevölkerung hatte unter ihnen zu leiden. Wer nicht geflohen war, musste zusehen, wie die Vorräte weggeschleppt, das Vieh fortgetrieben und die Höfe verwüstet wurden. Sie durften froh sein, mit dem Leben davongekommen zu sein. Außerdem konnten nun auch die Äcker nicht mehr im erforderlichen Umfang bestellt und die Wintervorräte eingebracht werden. Neben dem Hunger breiteten sich zusätzlich Krankheiten aus. Am Ende des Krieges, am 30. Mai 1636, waren in Amedorf von 18 Höfen 10 abgebrannt  ( 56% )  ; 6 verschuldet, verarmt oder in schlechtem Zustand  ( 33% )  und nur 2 in gebrauchsfähigem Zustand  ( 11% )  .

Die Bevölkerung hatte auch die Auswirkungen des 7-jährigen Krieges zu spüren bekommen. Das lässt sich deutlich am Viehbestand nachweisen: von 156 Stück Rindvieh gab es nur noch 67 und von 37 Pferden nur noch 21.

Amedorf ist durch die beiden Weltkriege nicht direkt in Mitleidenschaft gezogen worden, auch nicht beim Einmarsch britischer Truppen am 8.4.1945 !

Einige Gebäude, die diese Kriege unbeschadet überstanden haben, vielen im Laufe der Geschichte Bränden zum Opfer. Deshalb wurden in einem besonderen Verzeichnis, dem sogenannten Brandkatastar, die Gebäude jedes Hofes, der dabei eine Nummer erhielt, erfasst. Diese Hofnummern dienten über 200 Jahre zur Bezeichnung und Identifizierung.
1697 brannte Hof Nr. 32, 1715 Hof Nr. 12 ab. Letzterer wurde 1718 wieder aufgebaut, ebenso der im August 1717 niedergebrannte Hof Nr. 9. Auf Hof Nr. 14 brannte es mehrmals: 1782  ( abgebrannt )  , 1928   ( beinahe abgebrannt )  und 1972  ( vollständig abgebrannt )  . 1901 brannt das Wohnhaus von Hof Nr. 5, 1908 das von Hof Nr. 13 vollständig nieder. 1933 ist die Scheune von Hof Nr. 6 durch Brandstiftung abgebrannt. Bis heute letztes Opfer war die Scheune des Hofes Nr. 22, die nach einem Blitzeinschlag abbrannte.

Als Folge der kommunalen Gebiets- und Verwaltungsreform hat die Gemeinde Amedorf 1974 ihre rechtliche Selbstständigkeit verloren. Zusammen mit anderen Gemeinden wurde sie zur Stadt Neustadt am Rübenberge zusammengeschlossen.